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Die Prinzipalstücke

Im 11. Januar wurden unsere neuen Prinzipalstücke in der Diasporakirche eingeweiht, die Schreiner Klaus Nobis nach Entwürfen von Pfr. Matthias Ströhle gefertigt hat. Auf dieser Seite veröffentlichen wir Auszüge aus der Rede zur Vorstellung der Prinzipalstücke von Pfarrer Matthias Ströhle:

Liebe Gemeinde,

wenn Sie sich im Kirchenraum umblicken, können Sie sehr schnell die konstitutiven Elemente des Kirchengebäudes wahrnehmen.

Das ist zum einen die Querschiffigkeit des Kirchenraums. Der Altarbereich tritt dadurch in den Hintergrund. Stattdessen wird die Gemeinde, also der Ort, wo Siesitzen, ins Zentrum gerückt. Dies wird noch verstärkt durch den Lichteinfall, den Bartning durch die beiden großen Fensterfronten ermöglicht hat.

Das zweite Merkmal ist der Baustoff – Holz. Die im Bauhausstil gefertigte Kirche ist ein Montagebau, heute könnte man auch sagen Fertighausbau. Der Bau wird getragen durch eine Holzbinder- bzw. Bögen-Konstruktion. Diese sind, so haben es mir Bartningkenner gesagt, ein Stilmerkmal der expressionistischen Gotik-Rezeption. Das heißt, hoch aufstrebende Streben, wobei das Gewicht nach außen hin abgetragen wird.

Merkmale der Bauhauses kommen vor allem in den Materialien zum Tragen: Holz und Stein aus der Gegend, Funktionsfähigkeit des Bauwerkes (schön ist, was funktioniert).

Ich habe versucht, diese im Gebäude grundgelegten Ansätze auch im Entwurf zum Ausdruck zu bringen. Klar war für mich, dass Holz der Hauptwerkstoff der Werkstücke sein sollte. Als Holzart hat sich dabei der Kirchengemeinderat für Birne entschieden, ein Baum der – im Gegensatz zu tropischem Holz - hier in der Gegend beheimatet ist.

Klar war ebenso, dass Kanzel, Altar und Taufstein nicht dominieren durften. Das Zentrum soll weiterhin bei der Gemeinde bleiben. Des Weiteren sollte die Ästhetik durch die Funktion bestechen, und nicht durch die Form. Kunst und Schnörkel waren daher ausgeschlossen.

Die gotischen Ansätze kommen in den langgezogenen Holzkreuzen zum Tragen, diesesollen den Blick nach oben richten.

Das ins Holz hineingeschnittene Kreuz an der Kanzel erhält seine Lebendigkeit dadurch, dass es einen Schatten erzeugt, eine Reminiszenz an Otto Bartning, der in seinen Werken sehr viel mit Licht und Schatten spielte.

Dieses ins Holz geschnittene Kreuz findet sich im Taufstein wieder. Wie bei der Kanzel haben wir auch hier als prägende Form das 6-Eck gewählt.Die Taufschale ist ins Holz eingelassen. Das erinnert an einen Brunnen als Symbol des Lebens, aus dem wir das Wasser zur Taufe schöpfen.Zum anderen nimmt es Bezug auf Römer 6,3: „Wisst ihr nicht, dass wir, so viele in Christus Jesus hineingetauft wurden, in seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod..." Wenn bei der Taufe das Wasser aus der Tiefe herausgeholt wird, so wird sinnbildlich die Bewegung des Herausholens aus dem Tod ins Leben nachvollzogen. Die Taufschale selbst haben wir nebenbei bewusst nicht ersetzt. Unsere Taufschale ist ein Geschenk der Schussenrieder Kirchengemeinde, ein Akt der Solidarität unter den evangelischen Diasporagemeinden nach dem Krieg.

Beide Kreuze korrespondieren mit dem dritten Kreuz über dem Altar. Gegenüber dem alten Altar ist der neue stark verkleinert. Zudem ist er leichter und damit mobiler. Er kann so einfach aus der Altarnische herausgezogen werden, um bei besonderen Anlässen ins Zentrum der Gemeinde zu rücken. Nach unserem Verständnis ist er ein Abendmahlstisch, und wir könnten so auch um den Tisch herum Abendmahl feiern. Der Altar hat nebenbei die größte Anlehnung an das Bauhaus, dessen Mitbegründer Otto Bartning ja war.

Und noch eine andere Sache erinnert uns an das Bauhaus. Nämlich die Art und Weise, wie die Prinzipalien entstanden sind. Eine der Grundideen des Bauhauses war die Trennung zwischen, Kunst und Handwerk aufzuheben. Designer und Handwerker sollten zusammenarbeiten.

Und so ist auch wichtig zu sagen, wer es handwerklichso schön gemacht hat: Gefertigt hat diese wunderbaren Stücke Schreiner Klaus Nobis aus Rot an der Rot. Gemeinsam mit ihm und dem Kirchengemeinderat haben wir beraten und überlegt und uns zum Beispiel mehrere Male getroffen haben, um Details abzusprechen. Und jetzt ist alles fertig !

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